Tarnkünstler mit Wabenmuster

 

Jedes Frühjahr steigt im März die Spannung:

Wie wird dieses Jahr die Morchelsaison?

Was kann ich Neues über diese geheimnisumwitterten Frühlingboten lernen? 

 

Sobald die Sonne an Kraft gewinnt und die lange Hose, Shorts und Sandalen weicht, packt mich das Morchelfieber, dann bin ich auf der Pirsch. Seit Jahren suche ich im Frühjahr jeden Platz ab, an dem ich jemals eine Morchel entdeckt habe. 

Leise und vorsichtig schleiche ich durch Gestrüpp und Wald, geduldig Ausschau haltend nach meinen hochgeschätzten Schlauchpilzen. Man will sie schließlich nicht verschrecken... 

Und wie schnell ist es geschehen, dass man sie übersieht? Als Perfektionist in Tarnfragen passt sich die Morchel sogar farblich ihrer Umgebung an und verschmilzt durch ihr Wabenmuster mit dem Hintergrund.

Nur ein geschultes Auge findet in der scheinbar morchellosen Bodenstreu diese Kostbarkeiten.

Im Leipziger Raum ist vor allem die Speisemorchel (Morchella esculenta) die häufigst anzutreffende Art.

 

Schweren Herzens, denn gute Morchelstellen findet man nur sehr selten im Leben, habe ich mich dieses Jahr (nach starker Nachfrage) durchgerungen, eine einmalige, geführte Wanderung in mein liebstes Morchelgebiet anzubieten.

Das Hauptaugenmerk der Wanderung liegt aber nicht auf der Sammlung dieser Kostbarkeiten, sondern auf der Vermittlung des Rüstzeugs zum selbstständigen Erkunden und Erkennen von Morchelstellen und dem sicheren Bestimmen und Kenntnis der Verwechslungspartner.

Überdies führt die Wanderung zu weiteren mykologischen Raritäten aus den Reihen der Schlauchpilze. Damit das Gebiet nicht zu stark überlaufen wird, ist die Teilnehmerzahl auf maximal fünf Mitwanderer begrenzt. Denn die Fruchtkörper der Morcheln fliehen den Fußtritt des Menschen.

Ich freue mich auf Euch.

 

Morchelige Grüße,

Johannes

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