2. Juli 2019

Das Sommeradonisröschen

 

Das mittlerweile sehr seltene Sommeradonisröschen aus der Familie der Hahnenfußgewächse war vor dem massiven Pestizideinsatz der chemophilen Landwirtschaft ein häufiger Kulturfolger des Menschen.

 

So wie auf dem Bild, konnte man es noch vor 100 Jahren an jedem Ackerrand blühen sehen.

Das fenchelzarte Laub umkränzt ein flammendes Rot mit einem schwarzen Auge. 

 

Wer diese Schönheit heute noch entdecken möchte, muss oft viele Kilometer in die nächste durch extensive Beweidung offen gehaltene Karstlandschaft fahren.

11.Januar 2018

Schönes Neues Jahr

 

Liebe Naturwanderer, 

Die warmen Temperaturen der letzten Wochen geben uns den Eindruck, dass der Frühling schon nah ist.

Der Bärlauch treibt zaghaft die ersten Spitzen, die Haselnüsse blühen und die ersten Winterlinge (siehe Foto) zeigen ihre Pracht. Die Vorfreude aufs neue Jahr im Freien ist kaum zu bremsen. ;)

Der Winterling (Eranthis hyemalis) aus der Familie der Hahnenfußgewächse ist einer der ersten Frühblüher. Mit seiner unterirdischen Sproßachse, botanisch als Rhizom bezeichnet, überdauert er das ganze Jahr um mitten im Winter zu  erblühen. 

Ab Januar kann man diesen Boten des Vorfrühling im Auwald entdecken. Ende Mai findet man meist nur noch Reste seiner Blätter und er zieht sich, gestärkt durch die Sonne des Frühlings, wieder in sein Rhizom zurück.

Ein echter Blickfang sind die  röhrenförmigen Nektarblätter welche sich beim Winterling aus Staubblättern entwickelt haben. 

Wer jedoch an den Nektar gelangen möchte, muß entweder klein sein, oder einen mindestens 2mm langen Rüssel haben.

Der Winterling ist eine wichtige Nektarquelle für Wildbienen, deshalb bitte stehen lassen.

Er welkt im Zimmer innerhalb weniger Stunden.

Für uns Menschen ist der Winterling, leider nicht genießbar. Alle Pflanzenteile, besonders das Rhizom, sind stark giftig.

Solange wir ihn aber nicht anknabbern, ist er eine Wohltat fürs Auge.

Bis bald, Euer Johannes

 

 

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20.01.2018

 

Ists denn möglich?

 

Schon am 14. Januar, als dieses Bild enstand, gab es Bärlauch (Allium ursinum) im Überfluss. So früh im Jahr habe ich den Leipziger Auwald noch nicht ergrünen sehen.

Mit meinen beiden großen Kindern waren wir im Auwald auf dem Weg zu einer uns wohlbekannten Wärmefalle, einer besonders sonnenbegünstigten, windgeschützten Waldlichtung. In der Hoffnung einige Spitzen Bärlauch für unsere erste Bärlauchbutter des Jahres zu finden. Aber die frühlingshaften Temperaturen dieses Winters hatten den Bärlauch schon so weit vorgetrieben, dass unsere kleine Butterbrottüte schon nach drei Minuten prall gefüllt war. Bärlauch steht zwar nicht unter Naturschutz, doch sollte man auch in Massenvorkommen bei Wildsammlungen schonend und nachhaltig sammeln. Deshalb haben wir nach nur kleiner Ernte unser Päckchen verstaut. Und sind, frühlingshaft aus Hals und Rucksack duftend, weiter durch den Auwald gestiefelt, um hundert Meter weiter einen rufenden Schwarzspecht zu bestaunen.

Den Bärlauch braucht man Leipzigern nicht mehr vorzustellen, so allgegenwärtig ist er selbst mitten im Stadtgebiet. 

Die typische Schärfe und der knoblauchartige Geschmack machen ihn zu einem unverwechselbaren Vertreter der Lauchgewächse mit steigender Beliebtheit. 

Neben der mannigfaltigen kulinarischen Nutzung, ist der Bärlauch auch seit Alters her in vielen verdauungsfördernden Verabreichungen bekannt.

Was vielen hingegen nicht bekannt ist, sind die äußerst wohlschmeckenden, tief vergrabenen Zwiebeln, ein echter Geheimtip.

Bis zum nächsten mal, Euer Johannes

 

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Tarnkünstler mit Wabenmuster

 

Jedes Frühjahr steigt im März die Spannung:

Wie wird dieses Jahr die Morchelsaison?

Was kann ich Neues über diese geheimnisumwitterten Frühlingboten lernen? 

 

Sobald die Sonne an Kraft gewinnt und die lange Hose, Shorts und Sandalen weicht, packt mich das Morchelfieber, dann bin ich auf der Pirsch. Seit Jahren suche ich im Frühjahr jeden Platz ab, an dem ich jemals eine Morchel entdeckt habe. 

Leise und vorsichtig schleiche ich durch Gestrüpp und Wald, geduldig Ausschau haltend nach meinen hochgeschätzten Schlauchpilzen. Man will sie schließlich nicht verschrecken... 

Und wie schnell ist es geschehen, dass man sie übersieht? Als Perfektionist in Tarnfragen passt sich die Morchel sogar farblich ihrer Umgebung an und verschmilzt durch ihr Wabenmuster mit dem Hintergrund.

Nur ein geschultes Auge findet in der scheinbar morchellosen Bodenstreu diese Kostbarkeiten.

Im Leipziger Raum ist vor allem die Speisemorchel (Morchella esculenta) die häufigst anzutreffende Art.

 

Schweren Herzens, denn gute Morchelstellen findet man nur sehr selten im Leben, habe ich mich dieses Jahr (nach starker Nachfrage) durchgerungen, eine einmalige, geführte Wanderung in mein liebstes Morchelgebiet anzubieten.

Das Hauptaugenmerk der Wanderung liegt aber nicht auf der Sammlung dieser Kostbarkeiten, sondern auf der Vermittlung des Rüstzeugs zum selbstständigen Erkunden und Erkennen von Morchelstellen und dem sicheren Bestimmen und Kenntnis der Verwechslungspartner.

Überdies führt die Wanderung zu weiteren mykologischen Raritäten aus den Reihen der Schlauchpilze. Damit das Gebiet nicht zu stark überlaufen wird, ist die Teilnehmerzahl auf maximal fünf Mitwanderer begrenzt. Denn die Fruchtkörper der Morcheln fliehen den Fußtritt des Menschen.

Ich freue mich auf Euch.

 

Morchelige Grüße,

Johannes